SZENEN: Eine Ausstellung mit Emerson Culurgioni, Jonas Matauschek & Konrad Walkow

Herzliche Einladung zur Ausstellungseröffnung “SZENEN”Im Rahmen von 48h Neukölln

FILZ meets LORIZA

LORIZA IS AN EXHIBITION SPACE FOR CONTEMPORARY ART IN BERLIN NEUKÖLLN

ein Aufeinandertreffen zweier Positionen: Arbeiten von Konrad Walkow, ein Film von Emerson Culurgioni & Jonas Matauschek. Während der Kurzfilm LEUNA von Jonas Matauschek und Emerson Culurgioni, fragmanenthafte Lebenswelten in einer Industrielandschaft zeigt, schwanken die Arbeiten von Konrad Walkow zwischen konkreter und undeutlicher Gegenständlichkeit. Die Inszenierung des Sichtbaren spielt sowohl im Dokumentarischen Beobachten des Films als auch im bühnenhaften Aufbau des zu malenden Motivs eine tragende Rolle.

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am Freitag den 26. Juni um 19 Uhr

Samstag: 27.6. 14.00 Uhr – 22.00 Uhr

Sonntag: 28.6. 11.00 Uhr – 19.00 Uhr

Parallel II, III, IV by Harun Farocki + Lecture

Parallel II,III,IV + Lecture

Farocki

It’s surely interesting to listen to the lecture of Harun Farocki, but the more interesting part begins at minute 34, when he shows his last productions of 2014 “Parallel 2,3,4” wherein he explores the boundaries of interaction between the first person hero in gameplay environments and its architecture. He miss leads on purpose the skills of of the game heroes and the rules of freedom of movement within the gaming-architecture. Nothing new for gamers but for sure for people who have never tried a video game and see themselves confronted with this (seemingly insignificant phenomenon), in an art or theoretical visual-media context for the first time. It has always been a common thing in gaming communities and on video platforms, to share montages of glitches or other funny side-effects and mistakes in the gaming-environment. Even if there has never been any purpose in doing certain actions (like falling off the gaming ground into the endless space) it has always been fun to share and copy some of these mistakes. They gain no forthcoming for the purpose of the game-play and the story, but it’s like finding a secret (that’s also why it’s called easter eggs). I remember in GTA San Andreas where you could have a jet pack through cheating and fly in between the game-levels (like here: https://www.youtube.com/watch?v=yEhrTZcj-mg).
Harun Farocki seems to share the same fascination for the glitches, only that he tries to show something that goes beyond the simple technical mistake. There might also be a mistake, but it’s rather a question of perception: asking if the mistake is a technical one, rather than the representation of nature, i.e. an interpretation of reality, in form of avatars and other coded servo-mechanisms, that are part of our daily routine and therefore have almost become natural in an undefinable environment that combines reality and the effects of the simulation on reality. (e.m.)

HKW (Kuratorin: Hila Peleg)
“Parallele I-IV enthält außer den zweckentfremdeten Exzerpten auch Aufnahmen von Trickzeichnern bei der Arbeit und macht so die zur Herstellung der algorithmischen Simulakren nötige Arbeit sichtbar. Farocki setzt den Schwerpunkt nicht so sehr auf der Neuheit dieser Darstellungsform, sondern er reiht das Videospiel in die lange Geschichte des Bildersehens ein und erkundet seine Verwandtschaft mit Weltvorstellungen aus vorhellenischer Zeit. Implizit nimmt er Bezug auf klassische Texte der Filmtheorie und erstellt mit ihrer Hilfe einen Vergleichsrahmen, der teleologischen Fortschrittserzählungen der Filmgeschichte entgegentritt.”
http://www.hkw.de/…/…/programm_29/harun_farocki_parallel.php

All That Jazz (1979)

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ALL THAT JAZZ (Hinter dem Rampenlicht, USA – 1979) von Bob Fosse ist unlogisch, non-linear erzählt und keine Sekunde langweilig. Steht das in irgendeinem Verhältnis?
Es ist einfach der Beweis dafür dass, in diesem Film alles passieren kann, entgegen aller Regeln des Films. So ist er auch viel näher am Leben dran als so mancher Dokumentarfilm oder Film des Neorealismus: weil komplexer, vielschichtig und flüssig trotz vieler Kanten, daher auch eher wie eine kubistische Bewegungsstudie zu betrachten, weil man nicht mit jeder Bewegung mithalten kann, was auch egal ist denn die Phantasie macht den Rest; dann doch wieder eher wie ein sich windender Körper der im Todeskampf an einem rhythmischen Krampf leidet; Rhythmisch und hyperreaktiv, immer in Bewegung; das Leben begriffen wie ein einziger Sexakt – wenn nicht im Bild dann in den Gedanken des Protagonisten, Regisseurs, Choreografen und Autoren dieses Hirngespinstes Joe Gideon (oder doch Bob Fosse?). Jeder Aspekt seines Lebens bekommt eine eigene Bühne. It’s showtime folks!!! Alles wiederholt sich Die Uppers, die Kippen, die Phrasen, der Sex … Alles! Außer dem Tod. Das ist es auch was am Ende bleibt – kein happy end, denn hier ist nichts mehr zu retten. Vielleicht eine Kritik am showbiz, vielleicht aber auch ein Film wie ein Denkmal für die Selbstinszenierung der messianische Künstlerfigur – mit einem selbstreferentiellen Augenzwinkern – die unweigerlich mit ihrem Werk verschmilzt und erschöpft darin zu Grunde geht.

Ich denke dabei an Fellinis Otto e Mezzo (Achtanhalb, IT – 1963) und die Figur des Guido Anselmi, gespielt von Marcello Mastroiani. Ebenso steht BIRDMAN von Iñarritu (2014) ganz klar in dieser Tradition mit Michael Keaton als Riggan Thomson/ Birdman und unzählige andere Filme die den Widerstand und die Zweifel im eigenen Schaffenswerk reflektieren, doch selten mit einem derartigen Spaß.

Prädikat: absolut sehenswert! (Ein Meisterwerk der Montage)

Em