Kurzfilme in der GfZK-Leipzig : Der Venezianische Spiegel 3. Vorgestellt von der Cinématèque e.V. mit anschliessender Diskussion mit FILZ

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Das Filmbild ist doppelte Wahrheit, ist Dualismus; einerseits durch die Annahme einer tatsächlichen Existenz des zu Sehenden, andererseits durch seinen symbolischen Charakter als Darstellung. Bedingung dieser Koexistenz ist die Abwesenheit bzw. die Neutralität der Kamera in der Bilderscheinung.
Die Schemen und Muster, die unserer filmischen Wahrnehmung zu Grunde liegen, werden also gemeinhin zu Gunsten einer durchorganisierten Vision der Welt gewissenhaft verborgen. Der dritte und letzte Teil des „Venezianischen Spiegels“ de- organisiert dies in einer Art Dürerschem Manöver hin zur eigenständigen Kamera. Eine solche nähert sich zwar dem, was sich – beispielsweise – hinter der enigmatischen Oberfläche der Abbildung zweier Personen verbirgt, respektiert aber deren Eigenleben (LISA AND SUZANNE).
Wenn die Kamera nicht mehr Werkzeug der Realitäts(re)produktion ist, treten die Abbildungsregeln, denen sie folgt (Ausschnitt, Focus, Position, etc.) nicht mehr hinter das Bild zurück, sondern eröffnen als Ambivalenzen Freiheiten in einer Welt, in der die Geschichte mit ihren dramaturgischen Regeln größtmöglichen Raum eingenommen hat. Die Anerkenntnis der Unbestimmtheit des Übergangs, der Untrennbarkeit von Kamera und Bild führt zum Blick, der gleichzeitig in beide Richtungen durch den Spiegel weist.



 

Wann? 07.04.2015 19:30 Uhr (OmU)

Wo? GfZK/Neubau – Black Box

Einführung: Sven Wörner (Cinématèque e.V.)

Diskussion nach dem Film: Filmische Initiative Leipzig (FILZ)

 

Weitere Infos – Cinématèque



Stadt aus Silber von Ray Peter Maletzki und Ginan Seidl

Einladung zu Stadt aus Silber

Vom 19. – 22. Februar 2015 zeigen Ray Peter Maletzki und Ginan Seidl ihre Arbeit “Stadt aus Silber” als 8-Kanal-Videoinstallation im Aktionsraum “HelleralsdasLicht” in Leipzig.
Emerson Culurgioni (Filminitiative Leipzig, FILZ) wird am Donnerstag, den 19. Februar die Ausstellung mit einem Kommentar zur Arbeit eröffnen.
Im Anschluß daran, wird der Soundkünstler “Kailin” aus London eine speziell zu diesem Anlass entstehende Arbeit performen. stadtaussilber-le

Arirang – Bekenntnisse eines Filmemachers. Einführung und Screening am 12.02.2015 19:30 Uhr in der naTo Leipzig

flyer arirang_pf Ein filmisches Zwiegespräch des koreanischen Regisseurs KIM Ki-duk (Die Insel / Frühling, Sommer, Herbst, Winter… wieder Frühling / Samaria) mit dem Menschen KIM Ki-duk anlässlich seiner – in Folge eines tragischen Unfalls am Set von Dream (2008) – Schaffenskrise. Arirang thematisiert aber nicht nur das Individuum und seine Krise, er stellt auch die Frage nach Repräsentationskraft und Wahrheitsgehalt des Bildes und vor allem nach der Position des Autors. Das Werkzeug hierfür: dem Publikum eindeutige Bilder und Geschichten, also die Leinwand als Projektionsfläche zu verweigern, sodass dieses sich nicht auf das sichere Terrain des Beobachtens zurück ziehen kann. Die Distanz KIM Ki-duks zur Kamera ist – symbolisch – gleich der des Publikums. Es stellt sich die Frage: Wer beobachtet wen? Anlässlich einer Retrospektive des Regisseurs im Berliner Arsenal 2013 schreibt dieses: “KIM Ki-duks Filme zeigen, wie kapitalistische Tauschverhältnisse auf patriarchalen Gewaltverhältnissen gründen.” In Arirang installieren sowohl der befragte / befragende KIM als auch das sehende / gesehene Auditorium das gegenseitige Gewaltverhältnis über den Film als Tauschobjekt. 10317704_869265476449086_3139244759861239774_ohandout spiegel

Wann? 12.02.2015 19:30 Uhr (OmU)
Wo? Cinématèque in der naTo Leipzig e.V.
Einführung: Nicolas Rossi & Jonas Matauschek – Filmische Initiative Leipzig (FILZ)

FILZ Screening: ARIRANG – Bekenntnisse eines Filmemachers. 12.02.2015 19:30 Uhr in der naTo Leipzig

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Ein filmisches Zwiegespräch des koreanischen Regisseurs KIM Ki-duk (Die Insel / Frühling, Sommer, Herbst, Winter… wieder Frühling / Samaria) mit dem Menschen KIM Ki-duk anlässlich seiner – in Folge eines tragischen Unfalls am Set von Dream (2008) – Schaffenskrise. Arirang thematisiert aber nicht nur das Individuum und seine Krise, er stellt auch die Frage nach Repräsentationskraft und Wahrheitsgehalt des Bildes und vor allem nach der Position des Autors. Das Werkzeug hierfür: dem Publikum eindeutige Bilder und Geschichten, also die Leinwand als Projektionsfläche zu verweigern, sodass dieses sich nicht auf das sichere Terrain des Beobachtens zurück ziehen kann. Die Distanz KIM Ki-duks zur Kamera ist – symbolisch – gleich der des Publikums. Es stellt sich die Frage: Wer beobachtet wen? Anlässlich einer Retrospektive des Regisseurs im Berliner Arsenal 2013 schreibt dieses: “KIM Ki-duks Filme zeigen, wie kapitalistische Tauschverhältnisse auf patriarchalen Gewaltverhältnissen gründen.” In Arirang installieren sowohl der befragte / befragende KIM als auch das sehende / gesehene Auditorium das gegenseitige Gewaltverhältnis über den Film als Tauschobjekt.

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ARIRANG ist der erste Film der dreiteiligen Reihe “Der Venezianische Spiegel”, die in loser Reihenfolge bis zum April 2015 in der naTo Leipzig zu sehen sein wird, initiiert durch die Cinématèque. Ein “venezianischer Spiegel” reflektiert eintreffendes Licht, lässt jedoch einen gewissen Anteil des Spektrums zur anderen Seite hindurch. Auf diese Weise ist das Geschehen einseitig beobachtbar, während das Gegenüber nur sein eigenes Spiegelbild erkennt. In den drei Teilen der Reihe definieren wir Autorschaft, Bild/Erzählung und Publikum gleichberechtigt auf derselben Ebene. Das Bild verliert dabei seinen identifikatorischen Charakter, Autorin/Autor bleiben präsent und treten dem Publikum auf Augenhöhe entgegen. Die Kamera ist, technisch und ideell, als Auge und Projektionsapparat Spiegelebene dieser Konstellation und somit nicht die übliche, abwesende, zentralistische, bildgebende Autorität. In ihr wird der Ereignishorizont in beide Richtungen teilweise durchlässig.

Wann? 12.02.2015 19:30 Uhr (OmU)

Wo? Cinématèque in der naTo Leipzig e.V.

Einführung: Filmische Initiative Leipzig (FILZ)