Die Geburt einer neuen Avandgarde ist Geschichte, Alexandre Astruc ist tot

camera-styloSein Gedanke, die Kamera als Stift zu betrachten, war gleichwohl einfach wie spektakulär. Am 19. März 1948 meint Astruc in der Zeitschrift L’Ecran français: „Der Autor schreibt mit seiner Kamera, wie ein Schriftsteller mit einem Stift schreibt[…].“ Sein Verdienst war es, den Film in der Weise zu betrachten, in der ein „Künstler seine Gedanken, so abstrakt sie auch seien, ausdrücken oder seine Probleme so exakt formulieren kann, wie das heute im Essay oder im Roman der Fall ist“1 Auf seine Thesen basiert die Autorentheorie der späteren Nouvelle Vague, die ab 1951 von Jean Auriol aufgegriffen werden. Ein ganz wichtiger ist gegangen, dessen Wirkungsgrad noch sehr lange im Gedächtnis vieler Filmschaffender verbleiben wird.

 

1     Astruc, Alexandre. Die Geburt einer neuen Avantgarde: die Kamera als Federhalter, in: Kotulla, Theodor (Hrsg.). Der Film, Bd.2, 1964, S. 112.

 

 

 

 

La Brûlure de mille Soleils (1965) von Pierre Kast

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Der (analoge Animations-)Film aus dem Jahre 1965 von Pierre Kast zeigt eine famose, formal beinahe schon konstruktivistische und doch denkbar minimalistische, Zukunftsvision, die, wüsste man es nicht besser, einem sehr bekannt vorkommt. Und man irrt nicht: Chris Marker übernahm den Schnitt, wohl aber auch die Auswahl einiger ikonischer „Markierungen“ innerhalb des Filmes. Sehr sehenswert.

Generell sehr selten und erst recht auf großer Leinwand betrachtbar, wird der Film aktuell in Aix-En-Provence (F) vorgeführt:

Letzte Möglichkeit am 23.04.2016 um 18:30 Uhr (als Doppelfilm mit LA JETÉE von Chris Marker)

Institut de l’Image Cité du livre /// 8 – 1 rue des Allumette /// 13098 Aix-en-Provence 

http://www.institut-image.org/programme/le-cycle/

 

bdm