Amateurvideos als Träger des Kulturellen Erbes: Cinémémoire

Ein wirklich gutes Projekt etabliert sich und mehr in französischen Landen. Seit 2001 arbeitet die Organisation an einem Archiv, welches überwiegend Privatvideos (aber auch unbekannte künstlerische Videos) als historisches audiovisuelles Gut enthält. Regional vornehmlich auf den Mittelmeerraum Frankreichs sowie auf einstige Kolonialgebiete des Landes konzentrierend, zeigen die Aufnahmen wichtige historische Ereignisse, Reiseberichte, etc. und enthalten ein wahrlich bislang unerforschtes Potential an Informationen. Die Essenz dieser Videos ist nicht nur anthropologischer sondern auch geschichtsreflexiver Natur.

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Dass das Bewegtbild immer mehr als Grundlage für Forschungsprojekte unterschiedlichster Terrains herangezogen wird, ist eine kaum zu bestreitbare Tatsache. Roger Odin, der Begründer der Semiopragmatik, kommentiert in einem Video die Wichtigkeit dieses Langzeitprojekts: VIDEO (französisch). Odin hatte aus der klassischen Filmsemiotik eine veränderte Praxis entwickelt, in der die Bedeutung vom Filmen nicht allein von ihrer Semantik und Syntax abhängt, sondern sich aus der Rezeptionspraxis ergibt, die ihrerseits durch den institutionellen Kontext geprägt wird. Daraus resultiert eine veränderte Betrachtungsweise von ein und demselben Film in jeweils unterschiedlichen Betrachtungsräumen.

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LEUNA 100: Ausstellung & Filmprogramm in der Moritzburg/HALLE

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Filmstill aus: Der Augenzeuge 35/1964 © Progress Jonas Matauschek (DE, 2014) Filmverleih GmbH

Leuna100 Werkleitz Filmraum 2. Juli bis 3. Oktober, Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) Eröffnung am 2. Juli 2016, 18 Uhr

In diesem Jahr widmet das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) seinen Ausstellungsbereich Moderne II der mitteldeutschen Industriegeschichte. So wurde anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Leuna Werke und des 80-jährigen Bestehens der Buna-Werke in der Westbox die Sammlungspräsentation Arbeitswelten und auf der vorgelagerten Fotogalerie eine Präsentation der Buna-Fotografien von Gert Kiermeyer eingerichtet. Für ein drittes Projekt haben das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) und Werkleitz den Berliner Filmkurator Florian Wüst eingeladen, unter dem Titel Leuna100 ein thematisches Filmprogramm zu entwickeln.

Dieses ist vom 2. Juli bis 3. Oktober 2016 im Kabinett der Westbox als installative Variante zu erleben. Präsentiert werden fünf historische und zeitgenössische Kurzfilme zu den Themen Arbeit, Automatisierung sowie der Geschichte und den Orten der Chemieproduktion. Die Kombination von künstlerischen Dokumentarfilmen und Industriefilmen aus Ost und West eröffnet ambivalente Perspektiven auf das Leben mit dem technischen Fortschritt. Im Rahmen der Eröffnung bietet das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) am 2. Juli 2016, 15 Uhr, eine Führung durch den Plastik-Park Leuna mit Kustodin Cornelia Wieg an. Die Vernissage von Leuna100 findet um 18 Uhr im Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) statt. Florian Wüst wird in den Werkleitz Filmraum einführen und weitere Filme des Amateurfilmstudios Leuna sowie Kurzfilme des DDR-Fernsehens und des Dokumentarfilmers Heinz Brinkmann zeigen.

(Auszug aus der Pressemitteilung von Werkleitz vom 27.6.2016)

weitere Informationen

FILZ empfiehlt: Merle Kröger & Philip Scheffner an der HGB Leipzig

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„Die Umlaufbahn der Bilder / Image Trajectories“

Symposium zum f/stop-Festival für Fotografie

30.6., 10:00-20:00, HGB Galerie

Mit Regine Ehleiter, David Evans, Paul Feigelfeld, Boaz Levin, Bettina Lockemann, Marianna Liosi, Evelyn Runge, Philip Scheffner und Merle Kroger, Vera Tollmann und Lidwien van den Ven

Die Fachrichtung Fotografie der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig organisiert begleitend zum 7. Festival für Fotografie f/stop ein Symposium, in dem die Diskussion um die Deutung und Bedeutung der in Medien zirkulierenden Bilder im Vordergrund steht.
Ausgangspunkt ist die Frage, wie medial verbreitete Bilder unsere Wirklichkeit konstituieren und wie man den ihnen zugrunde liegenden Politiken auf die Spur kommen kann. Es sind insbesondere die Mechanismen der Verbreitung und der daran anschließenden Wirkung, die in diesem Zusammenhang zentral sind.
In den Vorträgen werden verschiedene theoretische und künstlerische Positionen zu den Wegen, die Bilder nehmen, und den Botschaften, die sie vermeintlich vermitteln, präsentiert. Hier richtet sich das Interesse auf die Distribution von Bildern durch unterschiedliche Kanäle der sozialen Medien, Internetportale, Presse, Printmedien oder Agenturen sowie Fragen nach der Funktion und Wirkung der Bilder.
Die eingeladenen Referentinnen und Referenten blicken aus verschiedenen Perspektiven auf die Bilder jener politischen Ereignisse, mit denen wir uns momentan konfrontiert sehen: Bilder von bewaffneten Konflikten, Krisensituationen, Flucht und Migration. Was ist auf den Bildern, die uns permanent in großer Vielzahl und Vielfalt erreichen, wirklich zu sehen? Was verschleiern sie in ihrem Überfluss? Wie werden Geschichte und Geschichten konstruiert? Was wollen die Bilder von uns als Betrachterinnen und Betrachtern? Was sprechen sie in uns an?

Info & Programm unter www.hgb-leipzig.de

FILZ empfiehlt: „LOS FELIZ“ von Edgar Honetschläger am 27.6. in der Schaubühne Lindenfels Leipzig

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Drei Kardinäle heuern den Teufel an, um den Bedeutungsverlust des Westens zu verhindern. Sie werfen ihren größten Trumpf in die Waagschale: Bilder von Amerika. In einem Mercedes-Benz aus den fünfziger Jahren fahren der britische Teufel, eine französische Museumswärterin und eine japanische Shinto Göttin durch ein gemaltes und gezeichnetes, zweidimensionales Amerika. RUHM ist, wonach das junge Mädchen sucht. LIEBE ist, was die Göttin aus Fernost nicht verstehen kann. TIEFE ist, wonach wir alle suchen. 3D ist, was man uns gibt.

In Anwesenheit des Regisseurs.

Nach der Vorführung findet ein Künstlergespräch mit Edgar Honetschläger, moderiert von Christina Natlacen (HGB), statt.

Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig realisiert und durch das Institut für Theorie der HGB ermöglicht.

Mehr Infos unter:
http://www.1000000000.at/
www.filmfonds-wien.at/filme/los-feliz

Assemblage, eine künstlerisch-wissenschaftliche Arbeit von Angela Melitopoulos und Maurizio Lazzarato über Guattaris Begriff

 

Wenn Kunst und Wissenschaft kollidieren, muss das nicht immer schlecht für beide Seiten sein. An eine präzise Arbeit aus dem Jahre 2011 soll an der Stelle noch einmal erinnert werden.

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Der Soziologe/Philosoph Mauricio Lazzarato, kürzlich erst in der Halle 14 Leipzig als Referent zugegen, und die sehr schwer festlegbare Künstlerin Angela Melitopoulos, schufen eine Arbeit, deren mediale Verwertung ebenso vielschichtig ist wie auch der intellektuelle Mehrwert, welchen der Besucher je nach Vorwissen in der Lage ist zu entnehmen.

„Assemblage“ ist ein audiovisuelles Forschungsprojekt über Félix Guattari und seine revolutionäre psychiatrische Praxis, sein politisches Engagement, seine Vorstellungen über „ecosophy“ und sein Interesse am Animismus vor allem im brasilianischen und japanischen Kontext.

 

 

Mehr Infos:

Arsenal

Ein interessantes Interview zum Projekt

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