Wenn der Film über sich selbst nachdenkt

Lange Einstellungen, Kommentare aus dem Off, Polyphonie, bildinterne Rahmungen oder sichtbare Schnitte sind eben nicht nur Mittel, einen mitunter anstrengenden Kunstfilm zu produzieren, sondern auch Mittel, um den fiktionalen Charakter eines Films zu zeigen. Ein Film, so könnte sich Filsers keineswegs neue These zusammenfassen lassen, zeigt nicht nur Welt, sondern immer auch Bilder von Welt. Und so kommt eine Eigenart des Filmischen zum Vorschein, nämlich gleichzeitig dokumentarisch und fiktional zu sein, was Filser in Anlehnung an Gilberto Perez als „material ghost“ bezeichnet.

 

Barbara Filser: „Chris Marker und die Ungewissheit der Bilder“, Wilhelm Fink Verlag, München 2010, 515 Seiten, Deutsch, ISBN: 978-3-7705-4883-5

you killed me first

27.03.2012, 7.30 pm
Tessa Hughes-Freeland

A lecture on the Cinema of Transgression

Delving into the history of the Lower East Side / East Village club scene of the 1980’s, Tessa Hughes-Freeland will talk about prevalent influences as well as other filmmakers and performance artists who made up the scene. Her approach will be from a subjective point of view as someone who was fully immersed in it as a nocturnal shadow dweller and filmmaker.

Free admission

 

KW Institute for Contemporary Art

Auguststr. 69

D-10117 Berlin

www.kw-berlin.de
www.facebook.com/KWInstituteforContemporary

Klaus Wildenhahn zum Dokumentarfilm

„„Das Kriterium für Wahrheit und Würde des Dokumentarfilms liegt Wildenhahn zufolge in einer besonderen Nähe des Filmenden zum Gefilmten. Sie ist nicht in erster Linie ästhetisch definiert, sondern moralisch und politisch. Die Tugend des Dokumentarfilmers zeigt sich in der behutsamen, gespannten und geduldigen Beobachtung von sozialen Prozessen und Menschen, die in der politischen und kulturellen Öffentlichkeit gewöhnlich nicht repräsentiert sind. Die Tugenden des Dokumentarfilm-Handwerks sind demnach: Langzeitbeobachtung, möglichst unauffälliges, der ´Erzählung´ des Protagonisten sich anpassenden Filmen, lange Kameraeinstellungen, selbstlose, (wie) vom Rohmaterial selbst hervorgebrachte Montage, Eliminierung oder Minimalisierung der Kommentarebene, keine synthetischen, zwischen Zuschauer und ´Erzähler´ sich drängenden ´synthetischen´ Filmelemente. Derart seine Form immer nur auf- oder herausfindend, nicht eigenmächtig bestimmend oder erfindend ist der konsequent altruistische Dokumentarfilm wildenhahnscher Prägung das Gegenteil von Formalismus: der dokumentarische Inhalt sucht und bestimmt seine Form.““

Hans-Michael Bock zitiert in: Klaus Wildenhahn, filmmakersweb.de, 23. Februar 2010

 

 

Direct Cinema/cinéma vérité -> INTERVIEW Teil I                    INTERVIEW Teil II