Neu(n) Null“, Spielfilm von Jean-Luc Godard, Frankreich/Deutschland 1991

In einem Interview in der taz 1990 sagte Godard: „Ich möchte jetzt einen Film machen über die Einsamkeit Ostdeutschlands. Zwar ist Ostdeutschland rein semantisch heute verschwunden, aber es existiert ja. Aus der Biologie habe ich gelernt, dass jede Zelle davon träumt, zwei zu werden. Das ist die Geschichte der Menschheit. Die Staaten dagegen träumen immer davon, einer zu werden. Den Vertrag für diesen Film hebe ich schon unterschrieben, Wo ich ihn drehen werden, weiß ich nicht, denn ich weiß nicht, wo Ostdeutschland liegt.“ 

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So ist sein Blick auf das Deutschland im Jahr nach der Vereinigung ein distanzierter Blick und das Deutschland, dass wir sehen, ist uns nicht immer vertraut.

Ein Link zu „Deutschland neun Null“: [Text von Theweleit; DIE ZEIT] http://www.zeit.de/1992/13/tod-und-verklarung

link zu einem Ausschnitt: http://www.youtube.com/watch?v=c2ZWZ_fkeDw

„Die Mißverständnisse beginnen damit, daß „Allemagne neuf zéro“ – Originaltitel – im deutschen Fernsehen als französischer Film läuft. Dabei ist es der deutscheste aller Filme, die seit Jahren über Deutschland gedreht wurden, deutscher als „Schtonk“ oder „Go, Trabi, go!“, deutscher als Wir Deutschen oder Kennzeichen D und mindestens so deutsch wie „Deutschland im Jahre Null“. Auch dieser Film war ja gerade deshalb so einheimisch, weil er von einem Ausländer stammte und eigentlich „Germania Anno Zero“ hieß. Und so wie Rossellinis Film beginnt auch der von Godard dort, wo immer noch aller Anfang aufhört, in Berlin.“

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