Hélas pour moi – Godard. Schweiz/Frankreich, 1993, 35mm, 84 min, OmU Mit Gérard Depardieu.

Hélas pour moi - Godard. Schweiz/Frankreich, 1993, 35mm, 84 min, OmU Mit Gérard Depardieu.

Eine filmisch-lyrische Adaption eines Textes des italienischen Dichters Leopardi. Indem er die langsame und schwierige Reise der Menschheit beschreibt, erzählt er von der Qual und dem Schmerz, von der ewigen Niedergeschlagenheit ihres Schöpfers, der Zeuge der zahllosen Mißgeschicke der Menschen wird.

Die Landschaft – dabei handelt es sich um den Genfer See (Godard lebt bekanntlich selbst dort) – übernimmt in dem Film eine besondere Funktion:

„Godard’s use of landscape is also intriguing to the extent that he repurposes nature as a frame for the film’s sometimes obscure human drama.“

Der Film zählt zu den sperrigsten Werken des Meisters. Absurde szenische Verläufe, Dialoge die einander vorbeiführen, ja, eigentlich gar nicht als solche geeignet sind, verlangen vom Betrachter so einiges ab. Es geht nicht um eine Narrationslinie – Godard setzt radikal sein Konzept um, und gewährt dabei sogar einen Einblick in den Entstehungsprozess. In JLG/GLG von 1995 sinniert Godard beim Filmschnitt über seinen eigenen vorherigen Film. Das Resultat sind Wortstreifen die miteinander einen diskursiven Beudeutungsmonolog führen, dessen Kausalität mitunter nicht zwingend gegeben ist. Nur wenige Filme verzeihen dies.

 

Foto: Nicolas Rossi, all rights reserved

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