BAAL von Volker Schlöndorff – ein Film der nach 44 Jahren wieder gezeigt werden darf

Marseille, 26.11.2015 – Cinéma Variété. Die Laudatio wird von einer Professorin der Filmgeschichte gehalten, zusammen mit einer Referatsleiterin des Goethe-Instituts. Die Wissenschaftlerin verweist auf die langjährige Pause, in welcher der Film aufgrund einer entsprechenden offiziellen Unterlassungsaufforderung nicht gezeigt werden durfte. Dies hatte die Witwe Fassbinders Helene Weigel durchgesetzt.

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Fassbinder war damals noch unbekannt; die Rolle schien ihm auf den Leib geschnitten zu sein. Als zynisch-rebellische Verkörperung von Brecht, schleppt er sich von Fiesheit zu Fiesheit; in 24 Etappen erschließt sich das „Stationendrama“ bis hin zum obligatorischen Exodus des ausgebrannten Genies. Man fühlt sich stellenweise an Rolf-Dieter Brinkmann und Kinski erinnert, deren Einflüsse kaum von der Hand zu weisen sind. Schlöndorff flechtet zudem u.a. Villon ein und versetzt die Kollage mit verstörenden Free-Jazz-Exzessen. Ein lyrischer Essay, der dem Publikum an diesem Abend sehr zu gefallen wusste.

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