All That Jazz (1979)

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ALL THAT JAZZ (Hinter dem Rampenlicht, USA – 1979) von Bob Fosse ist unlogisch, non-linear erzählt und keine Sekunde langweilig. Steht das in irgendeinem Verhältnis?
Es ist einfach der Beweis dafür dass, in diesem Film alles passieren kann, entgegen aller Regeln des Films. So ist er auch viel näher am Leben dran als so mancher Dokumentarfilm oder Film des Neorealismus: weil komplexer, vielschichtig und flüssig trotz vieler Kanten, daher auch eher wie eine kubistische Bewegungsstudie zu betrachten, weil man nicht mit jeder Bewegung mithalten kann, was auch egal ist denn die Phantasie macht den Rest; dann doch wieder eher wie ein sich windender Körper der im Todeskampf an einem rhythmischen Krampf leidet; Rhythmisch und hyperreaktiv, immer in Bewegung; das Leben begriffen wie ein einziger Sexakt – wenn nicht im Bild dann in den Gedanken des Protagonisten, Regisseurs, Choreografen und Autoren dieses Hirngespinstes Joe Gideon (oder doch Bob Fosse?). Jeder Aspekt seines Lebens bekommt eine eigene Bühne. It’s showtime folks!!! Alles wiederholt sich Die Uppers, die Kippen, die Phrasen, der Sex … Alles! Außer dem Tod. Das ist es auch was am Ende bleibt – kein happy end, denn hier ist nichts mehr zu retten. Vielleicht eine Kritik am showbiz, vielleicht aber auch ein Film wie ein Denkmal für die Selbstinszenierung der messianische Künstlerfigur – mit einem selbstreferentiellen Augenzwinkern – die unweigerlich mit ihrem Werk verschmilzt und erschöpft darin zu Grunde geht.

Ich denke dabei an Fellinis Otto e Mezzo (Achtanhalb, IT – 1963) und die Figur des Guido Anselmi, gespielt von Marcello Mastroiani. Ebenso steht BIRDMAN von Iñarritu (2014) ganz klar in dieser Tradition mit Michael Keaton als Riggan Thomson/ Birdman und unzählige andere Filme die den Widerstand und die Zweifel im eigenen Schaffenswerk reflektieren, doch selten mit einem derartigen Spaß.

Prädikat: absolut sehenswert! (Ein Meisterwerk der Montage)

Em

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