A MUST SEE: ROBERT FRANK – BOOKS & FILMS 17.3. – 10.4.2016

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große Retrospektive von ROBERT FRANK: 

Die Ausstellung wurde vom Künstler gemeinsam mit seinem Verleger Gerhard Steidl konzipiert und richtet den Blick auf Franks Fotobücher und sein weithin unbekanntes filmisches Schaffen. Die Präsentationsform ist dabei so einfach wie möglich: Franks Bilder und Bildsequenzen werden auf Zeitungspapierbahnen gedruckt und direkt an die Wände gehängt. Franks Filme, die er von 1959 an gedreht hat und die oft im Schatten seines fotografischen Werks stehen, werden nach aufwändiger Restaurierung gezeigt. Am Ende der Ausstellung werden alle Bilder vernichtet. Als Frank selbst in seinem Haus im kanadischen Mabou erstmals von dieser Ausstellungsidee hörte, war er begeistert: »Cheap, quick, and dirty, that’s how I like it!«  (Begleittext zur Ausstellung)

HALLE 14
Zentrum für
zeitgenössische Kunst
Leipziger Baumwollspinnerei
Spinnereistr. 7
04179 Leipzig

Öffnungszeiten:
Di-Sa, 11-18 Uhr

Website:

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Schrift im FILM

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"Fließende Zeichenkaskaden, rotierende Worte, tänzelnde Buchstaben, gekratzt, gestanzt, doppelbelichtet, einkopiert, animiert – seit Beginn des Kinos werden Schriftzeichen im Film von ihrer ursprünglichen starr-statischen Zeichenhaftigkeit befreit und in unterschiedlichster Weise in Dynamik versetzt. Die in Bewegung geratenen Lettern übernehmen im neuen System höchst unterschiedliche Funktionen: Sie eröffnen oder beschließen Filme, sie fungieren als Kommentar oder als Metapher (des Erzählens), als Informationsträger oder grafisches Element, als dramaturgisches Mittel oder als emotionalisierender Faktor."  Auszug aus einer Veranstaltung des Arsenal-Kinos 


„So Is This“, by Michael Snow (1982)

„Der Film ist ein Text. Jede Einstellung besteht aus einem leinwandfüllenden Wort in weißen Buchstaben vor schwarzem Hintergrund. Mit formalistischer Kriegslust droht SO IS THIS seinen Zuschauern, sie zum Lachen zu bringen, zum Weinen und dazu, ‚’die Gesellschaft zu verändern‘. (…) Snow kreiert eine Art bewegte konkrete Poesie. Gleichzeitig macht er einer theoretischen Debatte – Ist Film eine Sprache? – einen Strich durch die Rechnung.“ (Jim Hoberman)  http://www.arsenal-berlin.de

 

 

„Le-film-est-deja-commence“, by Maurice – Lemaitre (1951) 

Das Schlüsselwerk des lettristischen Films war ursprünglich mit begleitender Intervention gedacht: „Dieser Film sollte unter besonderen Voraussetzungen gezeigt werden: auf einer Leinwand, die aus neuen Formen und Materialien besteht, und mit spektakulären Vorgängen im Vorraum und im Kino selber (Unterbrechungen, großes Gedrängel, Dialoge, die laut mitgesprochen werden, Konfetti und auf die Leinwand gerichtete Schüsse …).“ (M.L.) Auch ohne Performance ist der Film ein radikales Werk: Lemaître kombiniert unterschiedlichste Filmszenen, montiert Positiv-, -Negativ- und Schwarzfilm, beschädigtes Filmmaterial, bemalt, stanzt und zerkratzt den -Filmstreifen, präsentiert Texttafeln mit vermeintlichen Credits oder Zuschauerermahnungen, Selbstbeschimpfungen, Collagen oder Wortfragmenten. Die Tonspur besteht aus einem langen Monolog, unter- und überlagert von lettristischen Gedichten. Die ersten Aufführungen endeten im Skandal – der Einfluss des Films auf die Nouvelle Vague und die spätere Avantgarde ist unbestritten.  http://www.arsenal-berlin.de


					

Buchempfehlung: „Geschichtsbilder: Kino, Kunst, Widerstand“, von Jacques Rancière

„[…]Sich zu fragen, wie Künstler die sinnlich spürbare Welt zerlegen, um einzelne Ausschnitte zu konstruieren und neu zusammenzusetzen, bedeutet, nach dem politischen Kern zu fragen, der in jedem künstlerischen Ansatz steckt.[…]“

41u-hkihcfl-_sx347_bo1204203200_Für Jacques Rancière gibt es keine Philosophie des Kinos. Wenn das Kino etwas Eigenes, nur ihm Zugehöriges, hat, dann ist es wohl das Vermögen, andere Künste in einer einzigen zu vereinen. Wort, Bild und Musik fügen sich in diesem spezifischen Verfahren der sinnlichen Darstellung zu einer „demokratischen“ Kunstform zusammen, die dazu fähig ist, vom Banalen genauso zu sprechen wie vom Außergewöhnlichen. Es sind die Ideen, die die Möglichkeiten des Kinos bestimmen, denn es gibt kein Wesen des Kinos.

Schöne dünne Lektüre zum Nach- bzw. Vordenken.