FILZ empfiehlt: Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes | noch bis 18.06. im Luru Kino

„That’s why we make art, so that the possibility can survive in form“, sagt der junge, laut Selbstbezeichnung kommunistische Filmemacher Julian zu Camille, in der Annahme, sie auf seiner Seite zu haben oder gar damit zu beeindrucken. Zu dem Zeitpunkt haben die beiden bereits längere Zeit als Arbeiter_innen auf einer brandenburgischen Apfelplantage verbracht. Camille sieht Bedarf, sich mit den anderen Arbeiter_innen solidarisch für eine Veränderung der schlechten Arbeitsbedingungen zu organisieren, während Julian versucht, sie von der Unmöglichkeit dessen zu überzeugen.

Ein überaus amüsantes Kino, dass einige Interessenkonflikte politischen Filmemachens sehr treffend und überspitzt abbildet.

Filz empfiehlt: Temporal Disorder 2, GFZK, Leipzig 25.4. 19.00

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redux/time/OUT OF JOINT
Caspar Stracke
US/DE 2015/16, 59′

redux/time/OUT OF JOINT von Caspar Stracke ist ein filmisches Geflecht, in welchem unterschiedliche Wissenschaften, Kunstformen und Wahrnehmungsmuster mit disparaten formal-ästhetischen Bildkonzepten konfrontiert werden. Dabei gilt es das Rückwärtige als mögliche Verlaufsstrategie der Zeit zu ergründen. Zahlreiche präzise Fundstücke wie das mathematische Experimentalvideo WAL(L)ZEN des Neoplantonikers Ivan Ladislav Galeta verdichten redux/time/OUT OF JOINT zu einer komplexen Spurensuche nach einem alternativen Verständnis von Fortschritt. Der für seine genialen transdisziplinären Arbeiten bekannte Philosoph und Deleuzianer Manuel DeLanda trägt als charismatischer Protagonist mit seinen eindrücklich formulierten Theorien dazu bei, dem filmischen Essay einen gewissen Nachhall nicht absprechen zu können.

 

Die Veranstaltung findet am 25.4.2017 um 19 Uhr im Auditorium der GFZK statt. Als Eintritt gilt das ermäßigte Museumsticket (3€).

 kuratiert von Nicolas Rossi und Prof. Clemens von Wedemeyer
Filmreihe Temporal Disorder