FAKE FESTIVALS: Alle verdienen nur die Filmschaffenden nicht

FAKE

Vor ein paar Jahren habe ich bereits von einem ‘Filmfestival’ berichtet das nie stattfand, für das aber ein anonymer Veranstalter Einreichgebühren kassierte. Damals hielt ich das für einen Einzelfall, aber heute habe ich beim Blick auf Ankündigungen auf Einreichplattformen den Eindruck, dass es ungeheuer viele ‘Festivals’ gibt, bei denen zumindest eine Sache nicht stimmt: sie entsprechen nicht den klassischen Vorstellungen eines richtigen Filmfestivals.

Das Ergebnis meiner Recherche: auf Einreichplattformen tummeln sich hunderte sogenannter Festivals mit schwer durchschaubaren Absichten und Verbindungen untereinander. Da die Datenlage so bodenlos ist, wie das Internet, habe ich mich auf ein Veranstaltungskonzept konzentriert und das konkrete Beispiel eines international operierenden Akteurs für eine Fallstudie ausgewählt, um die Strukturen verständlich zu machen und die Hintergründe solcher Geschäftsmodelle aufzuklären.

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FILZ empfiehlt: TEMPORAL DISORDER – part#6: Angela Melitopoulos, 08.01.2018 – 19 Uhr/GfZK Leipzig

Am 8.1.2018 wird die Künstlerin Angela Melitopoulos, einstige Studentin von Nam June Paik, der Filmreihe Temporal Disorder als Gast zur Verfügung stehen. In ihrem Vortrag wird sie, mit Unterlegung audiovisueller Inhalte, u.a. ihre Arbeiten Assemblages und Crossings vorstellen, welche sich im Feld der Künstlerischen Forschung verorten lassen. Melitopoulos arbeitet vorrangig mit Video-Essays, Videoinstallationen und Dokumentarfilm.

Mit ihre wichtigste Arbeit, dürfte die Installation auf der diesjährigen documenta14 Crossings darstellen. In dieser wird das Schicksal von Geflüchteten verhandelt – auch die Vorfahren der Künstlerin kamen aus der Türkei nach Griechenland bzw. wurden sie dorthin deportiert. Ihre eigene Vergangenheit griff Melitopoulos 1999 dezidiert in der Videoarbeit Passing drama auf, wohingegen in Crossings der Bogen zu den syrischen Flüchtlingen gespannt wurde, die in Griechenland „stranden“ und folglich häufig heftigen Traumata ausgesetzt sind. Die Mehrkanal-Video- und Audioinstallation, setzt das Flüchtlingsdrama mit der griechischen Wirtschaftskrise ins Verhältnis. Bilder von Goldminen in Griechenland sind zu sehen, wie auch nachdrückliche Videobilder aus den Flüchtlingslagern auf Piräus oder Lesbos.

Angela Melitopoulos

Installationsansicht von Crossings / Gießhaus / documenta14

Die komplexen Konzepte der Künstlerin – oft angereichert und realisiert durch Theorien und Gedanken des Soziologen und Philosophen Maurizio Lazzarato – offenbaren eine regelrechte Vielzahl von Reflexionsebenen. Auf der einen Seite werden in ihren Videoarbeiten die zeitlichen medienspezischen Relevanzen von Video ebenso verhandelt, wie seine philosophische Beziehung zu Subjektivität, Gedächtnisarbeit und Geografie. In diesem Kontext untersucht ihr Video-Essay Passing Drama (1999) anhand der Erinnerungen von politischen Flüchtlingen, etwaige Prozesse, die auf dem Zusammenhang zwischen Erinnerung und Vergessen basieren. Imagination, Traumumrundung und -suche, ein audiovisuelles Hin- und Herpendeln zwischen Psychologie und Geografie.

Die Filmreihe wird kuratiert von Nicolas Rossi (Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf) und Clemens von Wedemeyer (Prof. für Medienkunst, Klasse expanded cinema, Hochschule für Grafik und Buchkunst). Die Filmauswahl nimmt Bezug auf die aktuelle Sammlungsausstellung in der GfZK The Present Order.

Die Veranstaltung wird im Auditorium der GfZK stattfinden.
Eintritt: € 3,-. Die Sammlungsausstellung „The Present Order“ kann ab 19 Uhr mit dem Eintritt besichtigt werden.

 

Hier geht es zur Facebook-Veranstaltung, und an dieser Stelle findet sich die Projektwebseite.

FILZ – NEWS: Stefanie Schroeder im Corso-Gespräch zur Ausstellung im NRW-Forum 24.11.2017 – 4.2.2018

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INTERVIEW im DLF-CORSO

„Um die Entwicklung meiner hauptberuflichen Selbständigkeit als Künstlerin zu beschleunigen und mich aus dem Leistungsbezug zu bringen, wurde ich zur Teilnahme an der Maßnahme „Unternehmensoptimierung – bedarfs- und situationsorientierte Kenntnisvermittlung für erwerbsfähige, leistungsberechtigte Selbständige der AI-Unternehmensberatung“ angehalten. Eine in diesem Rahmen ermittelte Entwicklungsprognose bestimmt über den Erhalt oder die Aufgabe meiner Selbständigkeit. Meine Anfrage, den Prozess filmisch zu dokumentieren, wurde abgelehnt. Aus Gesprächsmitschnitten, Hand-Outs und Korrespondenzen erstelle ich das Script für eine filmische Installation zwischen Powerpoint-Präsentation und Videoessay. Als zweite und dritte Stimme werden Auszüge aus meinem Traumtagebuch und meinem Reflux-Tagebuch hinzukommen: Was bedeutet Optimierung? Welche Sprache wird benutzt? Wie werden mein Tun und ich darin beschrieben, eingepasst und gegebenenfalls verformt? Diese Fragen werden in die Bildebene übertragen, in die Beschäftigung mit der Bildbearbeitung als Bild; Freistellen, Verflüssigen, Rauschreduzieren werden als erzählerische Elemente eingesetzt, um das dokumentarische Bild zu ersetzen oder zu umschreiben. Als Ausgangsmaterial verwende ich Stills aus einer mitgeführten Knopflochkamera, kostenlose Stockfotos/Videos, mit Darstellern und Gegenständen nachgestellte Szenen.

24. November 2017 – 4. Februar 2018

NRW – Forum, Düsseldorf

 

FILZ EMPFIEHLT: TEMPORAL DISORDER – PART#5: JOHANNES GIERLINGER, 12.12.2017/GFZK LEIPZIG

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Der österreichische Künstler Johannes Gierlinger ist ein Träumer, könnte man behaupten. Einer, dessen Bemühung es ist, den Film als Erweiterung des Denkens betrachtbar zu machen. Es geht darum, Fragmente einer Untersuchung zu visualisieren, die Anordnung einst wenig homogener Versatzstücke liniert in die Zeitleiste zu bringen. Seine Inspiration holt er sich häufig in der Literatur, wie z.B. der experimentellen Literatur von Italo Calvino. Die Frage nach der Kombinatorik kulminiert nach etwas Freispiel in ihre eigene medienvirulente Beantwortung: Warum nicht auch den Bildern ihre Sprache zugestehen, ihre Lesbarkeit erweitert wissen? Gierlinger koppelt, löst und verschweißt meisterlich zu einem Poem voller Interpretationsvielfalt

Projektwebseite

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FILZ – WELPREMIERE: DIE WIRKUNG DES GESCHÜTZES AUF GEWITTERWOLKEN

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Der Kurzfilm von Juliane Jaschnow & Stefanie Schroeder feiert beim diesjährigen DOK-Leipzig seine Welpremiere:

Im Sommer 2016 gab es die meisten Tornadoverdachtsfälle seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Deutschland. Gleichzeitig werden Internet, Fernsehen und Presse von Wettergleichnissen überschwemmt: Shitstürme, Datenfluten, Flüchtlingswellen. Sprache, Metaphern, Bilder sind Werkzeuge der Kontrolle. Mit ihnen bannt man die Apokalypse-Angst – und stellt sie her. Inwiefern ist das Bild Dokument, Fiktion, Trophäe, Gegenangriff? Wie nah sind sich Manipulation und Prognose? Ist das Wetter noch echt?

Ein Film über das Bild vom Sturm und den Sturm als Bild: Stormchaser jagen Stürme mit der Kamera und verwandeln sie in fotografische Trophäen. Vor dem Greenscreen des Fernsehstudios deutet der Wettermoderator ins Nichts. Im Max Planck Institut fliegen Vögel gegen den künstlichen Wind an. Lovestormpeople fluten das Internet mit windschiefen Parolen. Escape-Games spielen mit gesellschaftlichen Ängsten. Auf Obstplantagen feuern Hagelschutzkanonen Schallwellen von 130 Dezibel in den Himmel. Welche (Un-)Wetterlagen werden in Deutschland zur Normalität? So oder so – „etwas Gewaltiges kommt auf uns zu“.

SAVE THE DATES:

Passage Kinos Wintergarten
03.11.2017 / 19:15

CineStar 4
04.11.2017 / 22:15

TICKETS

FILZ – Weltpremiere: SHE WORKS HARD von Kathrin Lemcke

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Der Film feierte beim diesjährigen ONE WORLD BERLIN – FESTIVAL am 15.10.2017 seine Welpremiere!

Im 21. Jahrhundert findet Arbeit zunehmend individualisiert statt und entspricht somit dem neoliberalen Markt. Künstler_innen waren Teil der „Avantgarde“ dieser Entwicklungen. Von einem zeitgenössischen Berliner Co-Working Space ausgehend, beginnt die Regisseurin, utopische Formen von Arbeit zu erkunden. So reist sie zu entlegenen utopischen Gesellschaften, um mit Menschen zu sprechen, die vornehmlich künstlerisch und kulturell arbeiten. Wir hören sie über ihre individuellen utopischen Arbeitsbedingungen sprechen, sowie in einem ersten Treffen, um eine gemeinsame Utopie von Arbeit zu entwickeln. Leben und arbeiten in Utopia, wie könnte das aussehen – für das Individuum und für eine fiktionale Gesellschaft? Ein fiktionaler Dokumentarfilm über Utopien, die unmöglich erscheinen, aber das Potential haben, sich zu entfalten, wenn wir sie für möglich halten.

http://www.oneworld-berlin.de

http://www.filmpassenger.net

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