Buchtipp: Expanded Narration. Das Neue Erzählen

»Ce qui se réalise dans mon histoire n’est pas le passé défini par ce qui fut puisqu’il n’est plus, ni même le parfait de ce qui a été dans ce que je suis, mais le futur antérieur de ce que j’aurai été pour ce que je suis en train de devenir.«

»Was sich in meiner Zukunft verwirklicht, ist die zweite Zukunft dessen, was ich gewesen sein werde, für das, (…) was ich dabei bin zu werden.« in : Lacan, Jacques (1966): Fonction et champ de la parole et du langage en psychanalyse, in: Kracke, Bernd/Ries, Marc (Hrsg.)(2013): Expanded Narration. Das Neue Erzählen. Bielefeld: Transcript, erstmals veröffentlicht in: La psychanalyse, n° 1, 1956, Sur la parole et le langage, S. 81-166.

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FILZ empfiehlt: THE PAST von ASGHAR FARHADI 2013

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Synopsis:

An Iranian man deserts his French wife and two children to return to his homeland. Meanwhile, his wife starts up a new relationship, a reality her husband confronts upon his wife’s request for a divorce.

Interview mit dem Regisseur:

http://www.zeit.de/kultur/film/2013-06/regisseur-asghar-farhadi-interview

NOCH BIS 26.2. in den PASSAGE KINOS LEIPZIG

SHARUNAS BARTAS: Trys Dienos (Three Days) 1991

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Three Days (1991), Bartas’ maiden feature length work, unfolds in a harbor town in Lithuania where two men and a women search for a shelter in the largely uncaring place, possibly to make love. The first Bartas film to feature his would-be collaborator (and muse) Yekaterina Golubeva, Three Days plays out as a post-apocalyptic tale set in an industrial wasteland, complete with decrepit structures and murky waters, where both positive communication (Even the meager amount of dialogue in the film turns out to be purely functional) and meaningful relationships (Almost everyone in the film seems to be a vagrant) have been rendered irrelevant. Every person in this desolate land seems to be an individual island, stuck at a particular time in history forever.

http://theseventhart.info/2010/04/24/the-films-of-sharunas-bartas/

FILZ empfiehlt: der Fluss war einst ein Mensch, Jan Zabeil 2011

Signale der Hoffnung für den deutschen Film:

Mit dem diesjährigen 50. Jahrestag des Oberhausener Manifests wird gerade fleißig die Diskussion um die deutsche Filmlandschaft wiederbelebt. Eine Stimme kommt von Dominik Graf. „Der Selbstbetrug einer Gesellschaft – inklusive ihrer Künstler –, die ein bereits zu Tode gentrifiziertes Land partout ins neue globale ‚Gute‘ hinüberretten möchte“, nennt er in seinem in der „Zeit“ erschienenen Artikel „Das Grauen … das Grauen!“ das aktuelle deutsche Qualitätskino, das sich in „Bedeutungs- und Themenfilmerei“ erschöpfe. Im selben Atemzug fordert er die Rückbesinnung des deutschen Films auf seine Wurzeln im Kino der Attraktionen der europäischen Jahrmarktkultur samt Schauwert und Trivialitäten.

Das „globale Gute“ hält in Jan Zabeils Der Fluss war einst ein Mensch Einzug als Mythos vom verlorenen Paradies. Die Utopie von einer idealen Landschaft fernab jeglicher Zivilisation. Eine geradezu jungfräuliche Welt, in der der Mensch ohne Probleme unbedarft leben kann.

Trailer:

www.critic.de

Rezension:

www.schnitt.de

Für wen macht Jean-Luc Godard noch Filme?

Ein Dorf am Genfer See: Der Verleger Klimt versucht einem Gerücht nachzugehen: Gott versucht die Liebe zu ergründen. Im Zuge dessen, ist er auf die Erde hinabgestiegen und ins Bett zu Rachel gekrochen. Um das tun zu können, hat Gott die Gestalt von ihrem Ehemann Simon (Depardieu) angenommen.

Der Film basiert auf die griechische Amphytrion-Sage, und stellt nach Godard nur einen „Versuch für einen Film“ dar.

Es geht in dem Film um die Existenz Gottes und die Endlichkeit, das Leiden an der Welt und schlichtum um Leben, Liebe, Tod. Ein narrativer Halt wird hier nicht mehr gewährt. Entscheidet sich der „alte Godard“ schlussendlich für oder gegen das Kino? Lasst uns morgen darüber sprechen, denn in JLG/JLG versucht der Meister Hinweise zu geben, die zu einer Antwort führen könnten.

Largen than life? Manierismus und Realismus im postdokumentarischen Kino

Die Paradies-Trilogie von Ulrich Seidl

 

Seidls Filme vermögen zu schockieren und zu erschüttern, indem sie auf die entscheidenden Fragen zur Natur des Kinos und zu seiner »Moral« zielen: Fragen zu den Grauzonen zwischen dem Dokumentarischen und dem Fiktionalen; Fragen zu den Grenzen des Voyeurismus und zur Verpflichtung, unsentimental vom Leben und der Welt zu berichten; Fragen auch zum Wesen des Schauspiels, das von der Selbstdarstellung der Amateure bis zu den schönen, aber brüchigen Lügen der Profis reicht.

aus http://www.sonderzahl.at