Chris Marker-Retrospektive in New York mit 28 seiner Filme

Die Brooklyn Academy of Music’s BAMCinematek widmet Chris Marker vom 15-28. August eine vielversprechende Retrospektive. Ganze 28 Filme des Filmemachers, welche er in seiner 54-jährigen Karriere umgesetzt hat, werden zu sehen sein. Darunter befinden sich auch Werke mit Seltenheitswert wie 2084, Be Seeing You, Class of Struggle oder aber die Kurzfilme Prime Time…, Sixth Side of the Pentagon und Embassy.

Chris Marker retrospective at BAM Rose Cinemas [30 Lafayette Ave. between Ashland Place and St. Felix Street in Fort Greene, (718) 636–4100, http://www.bam.org]. Aug. 15–28 at various times. $13, $8 for members.

Tarkowski online und kostenlos zu sehen inkl. seiner studentischen Filme

Zu sehen auf Openculture:

  • Ivan’s Childhood – Web (1962)
  • Andrei Rublev- Part 1 – Part 2 –  (1966)
  • Solaris – Part 1 – Part 2 – (1972)
  • The Mirror  – Web –  (1975)
  • Stalker – Part 1 – Part 2 – (1979)
  • Nostalghia – Web – (1983)
  • Drei seiner studentischen arbeiten – Web
    • The Killers, 1956
    • There Will Be No Leave Today, 1958
    • The Steamroller and the Violin, 1960

Wie steht es um die Bedeutung des Dokumentarfilms für den franz. Film? (in franz. Sprache) Podcast auf France culture

Zunächst spricht Michel Ciment mit Alain Resnais. Das Gespräch fand statt im Rahmen von der Veröffentlichung von Resnais Film “Herzen”.

>>PODCAST<<

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Die Teilnehmer des anschließenden Podcasts:

Nicole Brenez, Essayistin, Regisseurin, Professorin an der Paris I Panthéon-Sorbonne
Pascale Cassagnau, Promotion in der Kunstgeschichte und -Kritik
Nicolas Philibert, Regisseur
Claire Simon, Regisseurin

Was ist aus der Dokumentarfilm-Tradition geworden? Welche Stellung nimmt er innerhalb des zeitgenössischen französischen Films ein, und welche Arten sind von Relevanz? Warum entdeckt die Zeitgenössische Kunst wie selbstverständlich den Dokumentarfilm für sich?

 

Nicht löschbare Bilder. Ein Nachruf auf Harun Farocki

Drei Männer stehen vor einem Regal, gefüllt mit dem Brotsortiment eines Discounters. Der Mittlere hält zwei Packungen Toast in den Händen, unsicher an welcher Stelle er diese platzieren soll. Über mehrere Minuten beobachtet die Kamera den Dialog des Geschäftsführers und seines Unternehmensberaters, der durch ein neues Ordnungssystem in den Regalen, den Umsatz der Filiale zu steigern versucht. Nur ist in dieser Neuordnung kein Platz für das Toastbrot übrig. Bis zuletzt ringt der Mann mit der Umsetzung seiner Vision, um schließlich verzweifelt aufzugeben.

Die Szene brennt sich ins Gedächtnis; Ein erwachsener, intelligenter Mensch, ein Schöpfer gewissermaßen, verliert die Fassung wegen einiger Pakete Backwaren.

In die Schöpfer der Einkaufswelten von 2001, dringt Harun Farocki tief in die Entscheidungsprozesse der Verantwortlichen für die Gestaltung unserer Konsumkultur ein.

Dabei nutzt er wie häufig in seinen späten Filmen die Methoden des direct cinema: Die Kamera verfolgt und beobachtet das Geschehen ohne sich einzumischen oder sichtbar zu werden. Nach dem Prinzip: »Zeigen statt Erklären« gelang es Farocki, auch gesellschaftskritische Themen ohne künstlerische Kompromisse im Fernsehen zu senden. Als die Sendeplätze zu Beginn des 21. Jahrhunderts wegfielen, seine Filme zu immer späterer Uhrzeit ausgestrahlt und schrittweise ins dritte Programm verschoben wurden, wandte er sich der Kunst als Präsentationskontext seiner Arbeit zu.

Gegenwärtig ist sein Zyklus: Ernste Spiele noch bis zum 18. Januar 2015 im Hamburger Bahnhof zu sehen. In den Museen und Galerien fand er ein neues Publikum vor, das zwar sehr interessiert doch im Diskurs schwieriger zu verstehen war: » wenn man einen Film im Kunstbereich zeigt, kriegt man mehr zu hören als sonst, aber man kann es schwerer bewerten, was die Leute sagen « Revolver Heft 8 (2003)

Komplettes Interview: http://revolver-film.blogspot.de/2014/08/harun-farocki-1944-2014.html

Harun Farocki war wie kaum ein anderer wegweisend in seinem filmischen und künstlerischen Schaffen. Er hinterließ ein umfangreiches Werk von über 120 Filmen und Installation aus den letzten 50 Jahren. Trotz dieses enormen Umfangs verbleibt der Endruck ihn auf halber Strecke verloren zu haben. Als er vor zwei Jahren das Projekt: Eine Einstellung zur Arbeit gemeinsam mit Antje Ehmann an der Film-Arche Berlin vorstellte, sprühte er förmlich vor Energie. Es handelte sich um ein kollaboratives Filmarchiv zum Thema Arbeit, das Sie in Zusammenarbeit mit Studierenden in insgesamt 15 Städten weltweit realisierten. In Anlehnung an Arbeiter verlassen die Fabrik, der Gebrüder Lumière entstand jeweils einminütiges Filmdokument zum Begriff der Arbeit.

Zeit seines Schaffens misstraute er den Bildern. Ob in Nichtlöschbares Feuer von 1969 mit der Aussage: »Wenn wir Ihnen ein Bild von Napalmverletzungen zeigen, werden Sie die Augen verschliessen.«, in der stillen Untersuchung des Aufwandes für eine Fotografie des Playboy (Ein Bild 1983), im Dialog mit Villèm Flusser über die Brutalität der Titelseite der BILD-Zeitung (Schlagworte – Schlagbilder 1986) oder in der Betrachtung zahlloser Simulationen der neoliberalen Dienstleistungsgesellschaft: Übungen an Puppen für angehende Hebammen, Produkt-Crashtests, Polizeitraining mit Schauspielern und die Aussage eines Versicherungsvertreters, »Stellen sie sich vor sie wären gestern gestorben.« (Leben BRD 1990)

Zuletzt widmete er sich dem digitalen Paradigmenwechsel und den daraus resultierenden operativen Bildern, die automatisiert und losgelöst vom menschlichen Körper aufgezeichnet und perspektivisch nur noch von Maschinen analysiert werden. Der Mensch ist aus diesem Zyklus der Bildbetrachtung ausgeschlossen.

Bis zu seinem Tod hat Harun Farocki diese Bilder immer wieder in Ihrer Zeit betrachtet, analysiert, kommentiert und dekonstruiert. Sein Blick war klar und durchschauend, wache Augen die sich nun für immer geschlossen haben.

Jonas Matauschek

Stadtteile-Filme als authentischer Reiseführer im Internet

Explore cities through creative videos made 
by our community of great local filmmakers

Das junge französische Unternehmen wirbt mit diesem Slogan. Berlin und Paris sind bereits umgesetzt; weitere sollen folgen.

Es sind nicht die allseits umworbenen Touristenattraktionen, die den Charakter einer Stadt bedeuten; und so bietet das Portal filmische Eindrücke, die von lokalen Filmemachern realisiert werden.

 

http://www.croptheblock.com

Was Omer Fast kann, konnte Harun Farocki längst: HARUN FAROCKIS ERNSTE SPIELE im Hamburger Bahnhof

HARUN FAROCKI: ERNSTE SPIELE

 

von: 06.02.2014 bis: 18.01.2015
Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin

 

Kuratorin: Henriette Huldisch

 

Omer Fast übersetzte die Thematik zeitgemäß in seinem  Film “5000 Feet Is the Best” von 2011. Die Berliner Ausstellung von Farocki kommt zwar nicht in HD-Ästhetik daher, besticht aber durch ungemein rohe Bilder und Textversatz. Wer die Arbeit nicht kennt, der sollte die Gelegenheit nutzen sie außerhalb der Webs zu erfahren, denn u.a. hier wird deutlich, dass diese Arbeit sehr gut im musealen White Cube zum Ausdruck kommt. Bleibt jedem selbst einzuschätzen, ob das eine gute Sache ist.