Stadtteile-Filme als authentischer Reiseführer im Internet

Explore cities through creative videos made 
by our community of great local filmmakers

Das junge französische Unternehmen wirbt mit diesem Slogan. Berlin und Paris sind bereits umgesetzt; weitere sollen folgen.

Es sind nicht die allseits umworbenen Touristenattraktionen, die den Charakter einer Stadt bedeuten; und so bietet das Portal filmische Eindrücke, die von lokalen Filmemachern realisiert werden.

 

http://www.croptheblock.com

Was Omar Fast kann, konnte Harun Farocki längst: HARUN FAROCKIS ERNSTE SPIELE im Hamburger Bahnhof

HARUN FAROCKI: ERNSTE SPIELE

 

von: 06.02.2014 bis: 18.01.2015
Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin

 

Kuratorin: Henriette Huldisch

 

Omar Fast übersetzte die Thematik zeitgemäß in seinem  Film “5000 Feet Is the Best” von 2011. Die Berliner Ausstellung von Farocki kommt zwar nicht in HD-Ästhetik daher, besticht aber durch ungemein rohe Bilder und Textversatz. Wer die Arbeit nicht kennt, der sollte die Gelegenheit nutzen sie außerhalb der Webs zu erfahren, denn u.a. hier wird deutlich, dass diese Arbeit sehr gut im musealen White Cube zum Ausdruck kommt. Bleibt jedem selbst einzuschätzen, ob das eine gute Sache ist.

 

Sans toit ni loi von Agnès Varda ||| ein Meisterwerk der Nouvelle Vage aus dem Jahre 1985

Deutscher Titel: Vogelfrei, englischer Titel: Vagabund

Nachdem Varda Jahre lang nur Dokumentarfilme drehte, schrieb sie mit ihrem ersten Spielfilm Filmgeschichte. Sandrine Bonnaire als Darstellerin, etablierte sich gleichzeitig als feste Schauspielgröße in Frankreich.

Der Film ist bitter, rührend, grob und krude; seine Ästhetik ist geprägt von einem unsichtbaren Schleier, welcher sich emotional im Laufe des Films als Unbehagen formuliert, denn alles was Varda tut, ist die Realität mit fiktiven Mitteln zu unterstreichen. Sehenswert!

Information overload: vom Zwang ohne Weiteres alles tun zu müssen

Man hört und liest es allerorts, wenn man es drauf anlegt: Die Möglichkeiten des Webs mit den damit verbundenen Konsequenzen für den Alltag, eröffnen zwar einerseits ein schier grenzenloses Angebot an Informationen zu fast allem, gepaart mit der Möglichkeit einer 24Std.-Kommunikation von überall aus –gleichzeitig scheint uns genau das zu überlasten. Escape! Seit einiger Zeit werden Diskussionen zur Eindämmung dieser Überflutung geführt – oft polemisch da pressewirksam inszeniert: Der Mensch kann eben nur begrenzt wahr- bzw. vielmehr aufnehmen. Das Phänomen soziologischen Ursprungs geht oft einher mit der Schlussfolgerung: Weniger ist mehr! Plötzlich entwickeln Menschen konfessionsunabhängig ein Interesse für selektierte buddhistische Gepflogenheiten, nämlich die Dinge gut zu machen, wenn man sie in Ruhe ausführt. Der amerikanische Schriftsteller John Steinbeck ermahnte ja schon früh: »Man verliert die meiste Zeit damit, dass man Zeit gewinnen will«. So, als ob die Möglichkeit alles gleichzeitig tun zu können, auch den Zwang bedeuten würde, genau dies zu bewerkstelligen. Die Notwendigkeit der Selbstverantwortung hat Hochkonjunktur. Alles zu gegebener Zeit zu erledigen – Zeitmanagementkurse boomen wie nie zuvor. Technik wird gleichzeitig als komplex und auch als unheimliche Vereinfachung wahrgenommen. Es scheint zwei Lager zu geben, deren Fronten verhärtet sind. Auf ein Smartphone verzichten, das möchte kaum einer mehr, doch muss es denn immer und überall benutzt werden, fragen sich die sich im Recht glaubenden Skeptiker? Da es keine richtig oder falsch-Lösung gibt, keine Anleitung zur »korrekten« Verwendung von Multimedia-Interfaces, ist auch kein Abklingen der Diskussion zu erwarten. Dem information overload bleibt nichts anderes als eine gewisse neudefinierte (und selbsterruierte bzw. auf sich selbst zugeschnittene) Disziplin entgegenzustellen. Alles andere wäre ein wenig einfach. 

cr: Nicolas Rossi

FILZ live an der HGB Leipzig: Künstlermythen und Autorschaft. Selbstdarstellung in Dokumentarfilmen. Seminar von Jun.-Prof. Dr. Christina Natlacen

Künstlermythen und Autorschaft. Selbstdarstellung in Dokumentarfilmen

Veranstaltung am 23.06.2014: Das dokumentarische Selbst

Die FILMISCHE INITIATIVE trägt vor zum Thema und erörtert dieses anhand von folgenden Beispielen: 

 

 

 

. Peter Liechti “Hans im Glück”

. Sarah Polley “Stories we tell”

. Trinh T. Minh-ha “Surname Viet Given Name Nam”

 

 

 

 

 

Literaturverzeichnis:

Denzin, Norman K., Reading Film – Filme und Videos als sozialwissenschaftliches Erfahrungsmaterial in Flick, Uwe / von Kardorff, Uwe / Steinke, Ines (Hg.) (2012): Qualitative Forschung – ein Handbuch. 9. Aufage. Frankfurt: Rowohlt. S. 416 ff.

Hickethier, Knut (2010): Einführung in die Medienwissenschaft, Weimar: J.B. Metzler, S. 33 ff.

Kracauer, Siegfried (1985): Theorie des Films. Die Errettung der äußeren Wirklichkeit. Frankfurt: Suhrkamp.

Minh-ha, Trinh T. (2005):The digital flm-event. London: Routledge

Weber, Thomas / Heinze, Carsten (2014): Der dokumentarische Film im Medienwandel. Neue Formen, neue Perspektiven, inter- und transdisziplinäre Ansätze“, Universität Hamburg, geplantes Erscheinungsdatum Ende 2014, in Kooperation mit dem DFG Projekt ”Geschichte des dokumentarischen Films in Deutschland 1945 – 2005” (Teilprojekt 3: Themen und Ästhetik) und dem Forum Medienkulturforschung.

Williams, Linda (1993) in Spiegel ohne Gedächtnis. Wahrhheit, Geschichte und der neue Dokumentarflm, in Hohenberger, Eva / Keilbach, Judith (2003) Die Gegenwart der Vergangenheit. Dokuemntarflm, Fernsehen und Geschichte, Berlin: Vorwerk 8, herausgegeben von der Dokumentarflminitiative, S. 24 ff.